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Inhalt


Als sich die attraktive Chloé in ihren Psychotherapeuten Paul verliebt, scheinen all ihre Probleme gelöst. Sie zieht mit ihm zusammen, doch schon bald merkt sie, dass er ihr etwas verheimlicht. Durch Zufall entdeckt Chloé, dass Paul einen Zwillingsbruder hat, der ebenfalls Therapeut ist. Von Neugier getrieben begibt sie sich bei ihm in Behandlung und ist geschockt: Obwohl er ihm äußerlich aufs Haar gleicht, ist Louis das völlige Gegenteil seines Bruders – arrogant, zynisch und besitzergreifend. Trotzdem fühlt sich Chloé von ihm angezogen und gerät in ein gefährliches Geflecht aus Begierde und Täuschung.

Mit großer Lust variiert François Ozon das Motiv des Doppelgängers auf allen denkbaren filmischen Ebenen und schlägt dabei genüsslich über die Stränge. Gewohnt stilvoll führt er seine Zuschauer hinters Licht. DER ANDERE LIEBHABER basiert lose auf einem Roman von Joyce Carol Oates und feierte seine Premiere bei den Filmfestspielen von Cannes 2017.

VORLAGE

DER ANDERE LIEBHABER basiert lose auf dem Roman „Lives of the Twins“ (dt.: „Der Andere“) von Joyce Carol Oates, den diese 1987 unter dem Psyeudonym „Rosamond Smith“ veröffentlichte. Der Roman diente bereits dem TV-Film MAN LIEBT NUR ZWEIMAL (Originaltitel: LIES OF THE TWINS, 1991) mit Isabella Rossellini als Vorlage.

Cast & Crew

Regisseur
Darsteller
MARINE VACTH
(inkl. Interview)
JÉRÉMIE RENIER
(inkl. Interview)
JACQUELINE BISSET

FRANÇOIS OZON (inkl. Interview)

François Ozon wurde am 15. November 1967 in Paris geboren. Nach einem filmwissenschaftlichen Studium an der Université Paris I wurde er an der renommierten Filmhochschule La Fémis angenommen. 1994 schloss er sein Regiestudium ab. Mit UNTER DEM SAND, in dem Charlotte Rampling den Tod ihres Mannes nicht überwinden kann, gelang ihm im Jahr 2000 der große Durchbruch. In seinem nächsten Film, der Musicalkomödie 8 FRAUEN, konnte er mit Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Emmanuelle Béart, Fanny Ardant, Virginie Ledoyen und Ludivine Sagnier die Crème de la Crème des französischen Kinos vereinen. Das Ensemble wurde für seine herausragende Leistung auf der Berlinale 2002 mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet. Mit SWIMMING POOL wurde er 2003 erstmals in den Wettbewerb von Cannes eingeladen. Nach JUNG & SCHÖN ist DER ANDERE LIEBHABER der dritte Film, mit dem Ozon im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes vertreten war.

Mit einem verlässlichen Output von einem Film pro Jahr ist François Ozon derzeit einer der produktivsten Regisseure Frankreichs. Dabei versucht er sich stets in anderen Genres, sei es intimes Drama, Melodrama, Komödie, Krimi, Musical, Film Noir, Thriller oder Kostümfilm. Oft basieren seine Filme lose auf literarischen Vorlagen und immer wieder finden sich darin Reminiszenzen an Vorbilder wie Douglas Sirk, Luchino Visconti, Joseph L. Mankiewicz, Billy Wilder, Pedro Almodóvar und vor allem Rainer Werner Fassbinder.

FILMOGRAPHIE (AUSWAHL)

2017 DER ANDERE LIEBHABER
2016 FRANTZ
2014 EINE NEUE FREUNDIN
2013 JUNG & SCHÖN
2012 IN IHREM HAUS
2010 DAS SCHMUCKSTÜCK
2009 RÜCKKEHR ANS MEER
2009 RICKY – WUNDER GESCHEHEN
2007 ANGEL – EIN LEBEN WIE IM TRAUM
2005 DIE ZEIT DIE BLEIBT
2004 5X2 – FÜNF MAL ZWEI
2003 SWIMMING POOL
2002 8 FRAUEN
2000 UNTER DEM SAND

INTERVIEW

Zwillinge

Ich wollte das Thema „Zwillinge“ als etwas Faszinierendes, Monströses wie auch Kunstvolles behandeln. So hatte ich die Idee, Chloé in einem Museum arbeiten zu lassen. Chloé absorbiert und reflektiert die Kunstwerke um sich herum. Zu Beginn des Films sind die Kunstwerke im Museum noch ästhetisch gefällig. Im weiteren Verlauf des Films werden die Kunstwerke mehr und mehr organisch und unheimlich – sie reflektieren Chloés inneres Unbehagen. Natürlich habe ich gleich an Cronenbergs DIE UNZERTRENNLICHEN gedacht. Ich glaube, dass Joyce Carol Oates ihr Buch geschrieben hat, nachdem sie diesen Film gesehen hat. Denn auch er ist sehr organisch und impliziert den Aspekt der Gynäkologie. Doch hier wird die Geschichte aus der Perspektive der Zwillinge erzählt, während Oates sich mehr auf die junge Frau konzentriert, die zwischen zwei Brüdern gefangen ist. Für mich war es wichtig, Chloé im Zentrum der Geschichte zu platzieren, ihren Bauch zu zeigen, wie er anschwillt und schmerzt, und ihr Verkennen eines parasitären Fötus als eine Schwangerschaft.

Psychoanalyse

Ich wollte schon immer mal die Erfahrung einer psychoanalytischen Sitzung in einem Film darstellen. Anfangs sitzt Chloé vor ihrem Therapeuten und monologisiert über ihre Träume, Gefühle, ihre Kindheit. Das Publikum wird sofort mit ihrem intimsten Innersten konfrontiert und wird vielleicht nervös: Wird das jetzt anderthalb Stunden so weiter gehen? Ich wollte mich nicht festlegen auf ein klassisches, analytisches Setup mit neutralem, statischem Aufbau und vorgegebenen Codes. Ich wollte etwas Dynamischeres. Ich wollte, dass das Publikum Chloé auf die gleiche Weise folgt wie ein Therapeut seinem Patienten – wie in einem Fluss. Die visuellen Effekte und unterschiedlichen Einstellungen wirken dem Dialog fast schon entgegen. Wenn man genau zuhört oder den Film ein zweites Mal sieht, stellt man fest, dass die gesamte Geschichte bereits in den ersten 10 Minuten des Films erklärt wird.

Doppelleben

Louis‘ Figur bietet Chloé die Möglichkeit, die Sehnsüchte und Fantasien auszuleben, die sie vor Paul versteckt. Denn ihre Liebe zu Paul hindert sie daran, eine intensivere und hemmungslosere Seite ihrer Sexualität auszuleben. Meine Filme handeln oft davon, dass wir das Imaginäre brauchen, um die Realität zu bewältigen. In jeder Liebesbeziehung, auch in einer glücklichen, gibt es Momente der Frustration und ein natürliches Bedürfnis nach einem gedanklichen Freiraum, in dem Fantasien stattfinden können. Unser Partner kann niemals all unsere Bedürfnisse befriedigen. Oft brauchen wir zusätzlich etwas mehr oder etwas anderes.

MARINE VACTH spielt Chloé

Marine Vacth wurde am 9. April 1991 in Paris geboren. Im Alter von 15 Jahren wurde sie von einem Model Scout entdeckt, als sie sich vor einem Regenschauer in eine H&M-Filiale flüchtete. So wurde sie zum Beispiel zum Gesicht des Dufts „Parisienne“ von Yves Saint Laurent, war Markenbotschafterin des Juweliers Chaumet und lief u.a. für Chloé über den Laufsteg. 2011 gab sie ihr Debüt als Schauspielerin in Cédric Klapischs MEIN STÜCK VOM KUCHEN. François Ozon gab ihr 2013 ihre erste Hauptrolle in seinem Film JUNG & SCHÖN, für die sie eine Nominierung für den César als Beste weibliche Nachwuchsdarstellerin erhielt. Im März 2014 brachte sie einen Sohn zur Welt. Vater ist der französische Modefotograf Paul Schmidt. 2017 erwählte Karl Lagerfeld Marine Vacth zur neuen Chanel-Botschafterin.

FILMOGRAPHIE

2017 SI TU VOYAIS SON COEUR (R.: Joan Chemla)
2017 L'AMANT DOUBLE (R.: François Ozon)
2016 LA CONFESSION (R.: Nicolas Boukhrief)
2015 BELLES FAMILLES (R.: Jean-Paul Rappeneau)
2013 JUNG & SCHÖN (R.: François Ozon)
2012 CE QUE LE JOUR DOIT A LA NUIT (R.: Alexandre Arcady)
2011 MEIN STÜCK VOM KUCHEN (R.: Cédric Klapisch)

INTERVIEW

Wie war es wieder mit François Ozon zusammen zu arbeiten?

Nach JUNG & SCHÖN haben sowohl François als auch ich andere Filme gemacht. Außerdem habe ich ein Kind bekommen. Der Gedanke, nach diesen Erlebnissen einen weiteren gemeinsamen Film zu machen, war sehr aufregend. Angesichts der Art des Films musste François sich gewiss sein, dass ich keine Bedenken hatte und bereit und willens war, den Film durchzuziehen. Und das war ich. Ich hatte wunderbare Erinnerungen an unsere gemeinsame Arbeit. JUNG & SCHÖN zu drehen, hat mir wirklich Spaß gemacht und DER ANDERE LIEBHABER sogar noch mehr. Wir haben ein ganz neues und viel komplexeres Level des Vertrauens erreicht.

Wie haben Sie sich die Rolle der Chloé erarbeitet?

Als erstes habe ich François‘ Drehbuch gelesen, dann den Roman von Joyce Carol Oates. François hat das Buch sehr frei adaptiert und es zu lesen gab mir einen tollen zusätzlichen Einblick. Joyce Carol Oates hat eine tolle psychologische Perspektive dieser Figur geliefert und aufgezeigt, wonach Chloé in den beiden Männern sucht. Das hat mir sehr geholfen, meine eigene Vorstellung von Chloé zu erarbeiten.

Was hat Sie an der Rolle gereizt?

Ich mochte, dass sie so undurchsichtig war und viel Interpretationsspielraum zulässt. Sie hat mir eine weite Bandbreite zum Spielen gelassen hat. Chloé ist sehr widersprüchlich. Ihre Geschichte und ihre Zwiespältigkeit haben einen Reiz auf mich ausgeübt, ebenso wie ihre Zerbrechlichkeit und Verletzlichkeit, die ihre Suche nach der Wahrheit so berührend machen.

Abgesehen von ihrem ungewöhnlichen Zustand steht Chloé für eine menschliche Sehnsucht nach einem Doppelleben.

Chloé führt ein Doppelleben hinsichtlich der Suche nach einem befriedigenden und ungehemmten Sexualleben außerhalb ihrer Beziehung. Ich denke nicht, dass wir alle dieses Bedürfnis teilen, aber das Bedürfnis nach Fantasien als Ausgleich zur Realität ist sicherlich ziemlich universell. Jeder – egal ob in einer Beziehung oder nicht – braucht seinen Raum und seine Freiheiten, seinen geheimen Garten.

JÉRÉMIE RENIER spielt Paul und Louis

Jérémie Renier wurde am 6. Januar 1981 in Brüssel geboren. Schon früh interessierte sich Renier für die Schauspielerei und besuchte Schauspiel- und Theaterkurse. Er spielte u.a. Pinocchio am Königlichen Theater von Mons. Sein Leinwanddebüt gab Renier im Alter von 14 Jahren in dem Drama LA PROMESSE – DAS VERSPRECHEN der Brüder Dardenne. Der große Kritikererfolg brachte ihm viele neue Rollenangebote, v.a. aus Frankreich. So drehte er 1999 mit François Ozon EIN KRIMINELLES PAAR, der im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig lief. Nach der Zusammenarbeit mit François Ozon agierte Jérémie Renier sowohl in Großproduktionen als auch in Independent-Filmen und spielte schon vor der Vollendung seines 20. Lebensjahres neben Größen wie Isabelle Huppert (in SAINT SYR), Vincent Cassel und Monica Bellucci (in DER PAKT DER WÖLFE). 2002 wurde er gemeinsam mit weiteren europäischen Nachwuchsdarstellern von der European Film Promotion als Shooting Star des Jahres 2002 geehrt. 2005 folgte eine erneute Zusammenarbeit mit den Dardennes: In DAS KIND spielt Renier den zwanzigjährigen Herumtreiber Bruno, der sein eigenes Kind verkauft. Der Film wurde bei seiner Premiere auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes von der Kritik gefeiert und mit der Goldenen Palme als bester Film ausgezeichnet. Renier erhielt 2006 für seine Leistung in dem Film eine Nominierung für den Europäischen Filmpreis als Bester Hauptdarsteller. Im selben Jahr wurde er mit dem renommierten Jean-Gabin-Preis als Bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet. Es folgten erneute Arbeiten mit François Ozon (DAS SCHMUCKSTÜCK, 2010) und den Brüdern Dardenne (DER JUNGE MIT DEM FAHRRAD, 2011). Für seine Darstellung des Musikers Claude François in Florent-Emilio Siris MY WAY – EIN LEBEN FÜR DAS CHANSON wurde er nach EINE EINMALIGE CHANCE (2003) zum zweiten Mal für einen César nominiert. Mit CARNIVORES hat Renier vor kurzem seinen ersten eigenen Film realisiert. Das Drama, bei dem er gemeinsam mit seinem Bruder Yannick Regie führte, kommt Anfang 2018 in Frankreich in die Kinos.

FILMOGRAPHIE (AUSWAHL)

2017 DER ANDERE LIEBHABER (R.: François Ozon)
2016 DAS UNBEKANNTE MÄDCHEN (R.: Jean-Pierre & Luc Dardenne)
2014 SAINT LAURENT (R.: Bertrand Bonello)
2012 MY WAY – EIN LEBEN FÜR DAS CHANSON (R.: Florent Emilio-Siri)
2011 POSSESSIONS (R.: Eric Guirado)
2011 DER JUNGE MIT DEM FAHRRAD (R.: Jean-Luc & Pierre Dardenne)
2010 DAS SCHMUCKSTÜCK (R.: François Ozon)
2008 LE SILENCE DE LORNA (R.: Jean-Luc & Pierre Dardenne)
2008 L'HEURE D'ETE (R.: Olivier Assayas)
2008 BRÜGGE SEHEN... UND STERBEN? (R.: Martin McDonagh)
2007 ABBITTE (R.: Joe Wright)
2006 PRIVATBESITZ (R.: Joachim Lafosse)
2005 DAS KIND (R.: Jean-Luc & Pierre Dardenne)
2004 LE PONT DES ARTS (R.: Eugène Green)
2003 EINE EINMALIGE CHANCE (R.: Jean-Marc Moutout)
2002 LA GUERRE A PARIS (R.: Yolande Zaubermann)
2001 LE PORNOGRAPHE (R.: Bertrand Bonello)
2001 PAKT DER WÖLFE (R.: Christophe Gans)
2000 DER VOYEUR (R.: Olivier Jahan)
2000 DIE SCHULE DER VERLORENEN MÄDCHEN (R.: Patricia Mazuy)
1999 EIN KRIMINELLES PAAR (R.: François Ozon)
1996 LA PROMESSE (R.: Jean-Luc & Pierre Dardenne)

INTERVIEW

Wie war es, nach EIN KRIMINELLES PAAR und DAS SCHMUCKSTÜCK wieder mit François Ozon zusammenzuarbeiten?

Als François mir das Drehbuch zu DER ANDERE LIEBHABER schickte, war ich gerade sehr damit beschäftigt, meine erste eigene Regiearbeit vorzubereiten, und wollte eigentlich keine Rollen annehmen. Aber ich mochte das Drehbuch sehr und fand die Vorstellung, in einem Erotikthriller zu spielen, sehr spannend. Und die Vorstellung, Zwillinge zu spielen, fand ich amüsant. Außerdem wollte ich gerne wieder einmal mit François zusammenarbeiten. Ich kenne ihn schon seit 20 Jahren und habe es immer genossen, mit ihm zu drehen. Seine Filme können zwar manchmal beklemmend sein, aber die Atmosphäre am Set ist, wie frische Luft einzuatmen.

Was fanden Sie amüsant daran, Zwillinge zu spielen?

Wenn du einen Zwilling spielst, fragst du dich, wie es wohl sein muss, immer einen Spiegel vor sich zu haben. Wie positionierst du dich? Was kommt zurück von dem, wer du bist und wer nicht? Ich kenne viele Zwillinge und habe festgestellt, dass einer immer aufgeklärter scheint als der andere. Einen Zwilling zu haben befeuert die Geschwisterdynamik. Man kann nicht anders, als sich ständig zu vergleichen. Das ist absolut menschlich. Deine Eltern und alle um dich herum tun das. Das Lustige ist, das ich gerade einen eigenen Film fertiggestellt habe, in dem es um zwei Schwestern geht. Und ich habe zusammen mit meinem Bruder Regie geführt. Das Thema fiel bei mir also auf sehr fruchtbaren Boden.

Wie sind Sie die verschiedenen Rollen angegangen?

Zuerst haben wir die Szenen mit Paul gedreht und danach die mit Louis. Das war perfekt, denn es hat mir ermöglicht, nacheinander in die Rollen zu schlüpfen. Und es hatte auch Einfluss auf meinen Umgang mit Marine hinter der Kamera. Zu Beginn des Drehs hat sie manchmal gesagt: „Paul ist so langweilig, ich kann Louis gar nicht abwarten!“ Aber am Ende hat sie sich Paul zurückgewünscht: „Oh, ich vermisse Paul!“ Es war eine Herausforderung für mich, in beiden Rollen glaubwürdig zu sein und gleichzeitig Interpretationsspielraum für den Zuschauer zu lassen. Lügt Paul Chloé an? Steckt er mit seinem Bruder Louis unter einer Decke? Weiß er, was Chloé mit Louis treibt? Sind Paul und Louis überhaupt zwei verschiedene Personen? Beide haben unterschiedliche Befindlichkeiten und Neurosen und meiner Meinung nach haben beide etwas zu verstecken – erst recht vor Chloé.

JACQUELINE BISSET spielt Madame Schenker

Jacqueline Bisset wurde am 13. September 1944 als Winifred Jacqueline Fraser Bisset in Weybridge, Surrey, geboren. Bisset arbeitete zunächst als Fotomodell, um ihre an Multiple Sklerose erkrankte Mutter finanziell unterstützen zu können, und wechselte 1964 zum Film. 1966 spielte sie eine Nebenrolle in Roman Polanskis WENN KETTELBACH KOMMT..., der auf der Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde. Im Jahr darauf hatte sie einen Kurzauftritt als Miss Goodthighs in CASINO ROYALE. 1968 kam ihre Karriere in Fahrt, als sie Mia Farrow in DER DETEKTIV ersetzte. Im gleichen Jahr erhielt sie ihre erste Golden-Globe-Nominierung für ihre Rolle in DIE WILDEN JAHRE und spielte außerdem an der Seite von Steve McQueen in BULLIT. Mit ihrer Hauptrolle in François Truffauts DIE AMERIKANISCHE NACHT (1973) wurde sie schließlich zum Star und spielte in der Folge an der Seite von Größen wie Dean Martin, Burt Lancaster, Joseph Cotten, Paul Newman, Jon Voight, Marcello Mastroianni, Nick Nolte, Anthony Quinn, Jean-Paul Belmondo und Charles Bronson. Sie arbeitete mit Regisseuren wie Sidney Lumet, George Cukor, John Huston, Claude Chabrol, Abel Ferrara und Tony Scott. Bisset galt lange Zeit als Sexsymbol – spätestens nach ihrem Auftritt in DIE TIEFE (1977) in einem nassen T-Shirt, welches Produzent Peter Gruber eigenen Angaben zufolge zu einem sehr reichen Mann gemacht hat. 1996 war Bisset für ihre Rolle in BIESTER für einen César nominiert. 2014 wurde sie mit einem Golden Globe für ihre Rolle in der Miniserie DANCING ON THE EDGE ausgezeichnet. Jacqueline Bisset ist die Patin von Angelina Jolie, an deren Seite sie in MR. UND MRS. SMITH spielte. Ihre Szenen wurden jedoch aus dem finalen Film geschnitten. Bisset wohnt in England und Kalifornien.

FILMOGRAPHIE (AUSWAHL)

2017 9/11 (R.: Martin Guigui)
2017 DER ANDERE LIEBHABER (R.: François Ozon)
2014 WELCOME TO NEW YORK (R.: Abel Ferrara)
2005 DOMINO (R.: Tony Scott)
1995 BIESTER (R.: Claude Chabrol)
1991 ROSSINI! ROSSINI! (R.: Mario Monicelli)
1989 WILDE ORCHIDEE (R.: Zalman King)
1988 DAS JADEHAUS (R.: Nadine Trintignant)
1984 VERSTECKT (R.: Anthony Page)
1984 UNTER DEM VULKAN (R.: John Huston)
1983 CLASS - VOM KLASSENZIMMER ZUR KLASSEFRAU (R.: Lewis John Carlino)
1981 DIE WILDEN REICHEN (R.: George Cukor)
1981 INCHON (R.: Terence Young)
1980 DER TAG, AN DEM DIE WELT UNTERGING (R.: James Goldstone)
1978 DER GROSSE GRIECHE (R.: J. Lee Thompson)
1977 DIE TIEFE (R.: Peter Yates)
1976 DER TAG DER ABRECHNUNG (R.: J. Lee Thompson)
1975 DIE SONNTAGSFRAU (R.: Luigi Comencini)
1975 DER RICHTER UND SEIN HENKER (R.: Maximilian Schell)
1975 DAS GEHEIMNIS DER WENDELTREPPE (R.: Peter Collinson)
1974 MORD IM ORIENT-EXPRESS (R.: Sidney Lumet)
1973 DIE AMERIKANISCHE NACHT (R.: François Truffaut)
1973 WEBSTER IST NICHT ZU FASSEN (R.: Bud Yorkin)
1972 DAS WAR ROY BEAN (R.: John Huston)
1970 JUNG, HÜBSCH UND HEMMUNGSLOS (R.: Jerry Paris)
1970 AIRPORT (R.: George Seaton, Henry Hathaway)
1968 BULLITT (R.: Peter Yates)
1968 DER DETEKTIV (R.: Gordon Douglas)
1967 ZWEI AUF GLEICHEM WEG (R.: Stanley Donen)
1966 CASINO ROYALE (R.: Ken Hughes, John Huston, Joseph McGrath, Robert Parrish, Richard Talmadge)
1966 ARRIVEDERCI, BABY! (R.: Ken Hughes)
1966 WENN KATELBACH KOMMT... (R.: Roman Polanski)

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